Der Energiemix der Südpfalz – Beitrag zur zweiten südpfälzischen Energiekonferenz

Als einleitenden und nach meiner Meinung alles beherrschenden Satz sollte über der Debatte zur Energiegewinnung im Großen stehen, dass die Energiegewinnung künftig – vor allem im ländlichen Bereich – dezentral organisiert und ermöglicht sein muss. Das bedeutet, dass wir die Kommunen und Elektrizitätswerke in die Lage versetzen müssen, selbst Strom zu produzieren und zu vertreiben. Anreize dafür müssen Fördermittel des Bundes und eine kommunalfreundliche Gesetzgebung sein. Wir erhoffen uns davon, eine bürgerfreundlichere Preispolitik und finanziell handlungsfähigere Städte und Gemeinden.

Gleichzeitig sehen wir Megaprojekte wie Desertec und riesige offshore-Anlagen in den Meeren kritisch. Sie dienen nur dem Ausbau der Marktmacht der Energieriesen und führen uns zurück in die Abhängigkeit, die auch im Atomzeitalter vorherrschte.

 Wie stellen wir uns einen Energiemix in der Südpfalz vor?

– Für uns stellt der Wind eine wichtige Energiequelle dar. Daher sollten wir in der Südpfalz die Möglichkeit schaffen, die Kommunen in die Lage zu versetzen, Windkraftanlage in eigener Regie und zu eigenem wirtschaftlichen Vorteil zu errichten. Die Regionalplanung soll dabei die Weichen stellen und Vorranggebiete für Windenergie ausweisen. „Erstzugriffsrecht“ – und auch die Möglichkeit auf Steuerung – muss bei den Städten und Gemeinden selbst liegen.

– Wir sprechen uns für die Nutzung von Sonnenenergie aus. Dabei liegt der Vorrang in der Produktion aber eher im häuslichen und kommunalen öffentlichen Bereich. Die Nutzung von so genannten Freiflächenanlagen sollte auf spezielle Gebiete beschränkt bleiben. Wir meinen damit z.B. Altdeponien und Konversionsflächen. Nutzung von Sonnenenergie darf nicht in Konkurrenz zur Landwirtschaft stehen.

– Den Ausbau von Biomasse- und Biogasanlagen sehen wir als Chance. Einerseits begrüßen wir die Nutzung von forst- und landwirtschaftlichen Abfällen, anderseits sprechen wir uns deutlich gegen Monokulturen in der Landwirtschaft und Ankauf von Getreide oder ähnlichen Nahrungsmitteln zur Energiegewinnung aus.

– Die Gewinnung von geothermischer Energie wird von uns nicht grundlegend abgelehnt. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass weder Hab und Gut noch Leib und Leben durch siedlungsnahe Kraftwerke gefährdet sind.

– Wir sind für die Nutzung von Wasserkraft in der Südpfalz. Es muss daher überprüft werden, wie Strömungsturbinen im Rhein und kleinere Mühlprojekte in unserer Region verwirklicht werden können. Gegen eine weitere Stauung des Rheins zum Zweck der Energiegewinnung sprechen wir uns deutlich aus.

Mit diesem Mix sehen wir die Südpfalz für die Zukunft gut gewappnet. Ein wichtiger Punkt darf nach meiner Auffassung nicht unausgesprochen bleiben. Wir müssen dringend die Erforschung der Erneuerbaren Energien intensivieren und stärker staatlich fördern. Dies wird künftig nicht nur ein wichtiges Forschungsgebiet, sondern auch ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor werden.

Abschließend muss erwähnt werden, dass künftig nicht nur „neue“ Energie gewonnen werden muss, sondern vor allem Anderen wieder das Energiesparen gelehrt und gelernt werden sollte. Über dieses Thema werden wir im Rahmen unserer Konferenz im Oktober ausführlich diskutieren.

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Über thomashitschler

Vorsitzender SPD Unterbezirk Südpfalz
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